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THEMA DES TAGES

Einigungszwang

Von Detlef Holland

Ganz Europa hält den Atem an. Die Notenbanken bereiten sich bereits auf riesige Schockwellen an den Finanzmärkten nach der Schicksalswahl vor. Am Sonntag stimmen 9,7 Millionen Griechen nicht nur über eine neue Regierung ab, sondern letztlich über ihren Verbleib in der Eurozone. Viele Hilfsmilliarden, lange Gipfelnächte und immer neue Sparauflagen …

 

Artikel vom 16.06.2012 © Eßlinger Zeitung

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Leser-Kommentare (1)

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16.06.2012 10:03 von Observer

Da Sie zu recht anmerken, dass in Griechenland zur Zeit vor allem die unteren und mittleren Einkommensschichten belastet werden (während, was Sie nicht schreiben, die reiche Oberschicht zum Teil steuerfrei lebt und ihre Vermögen schon in Sicherheit gebracht hat und der Staatsapparat im Großen und Ganzen unangetastet bleibt), hätten ich gerne gewusst, wie das anders werden soll, wenn Griechenland im Euro bleibt. M.E. würde nur ein Austritt aus der Währungszone die Belastungen der damit erzwungenen Umstrukturierungen endlich so breit streuen, dass zumindest ein Hauch von Umverteilung in Griechenland selbst stattfinden würde. Die Strukturen in Griechenland sind derart korrupt, dass nur ein Austrittsschock noch etwas bewirken kann. Aber leider wird eine solche Diskussion hier nicht geführt.

Es gibt eine Berechnung der EU-Kommission, dass seit dem EU-Beitritt Griechenlands bisher 380 Milliarden Euro an internationalen Aufbau- und Hilfsgeldern nach Griechenland transferiert wurden. Das sind 33.600 Euro für jeden griechischen Bürger. Wo sind sie hin, was haben sie bewirkt? Während in Deutschland Geld für Infrastrukturprojekte und das Bildungssystem an allen Ecken und Enden fehlt, wurden und werden in diesen Balkanstaat immer weitere Gelder gepumpt, die offenbar nichts bewirken. Darüber sollten sie viel entschiedener lamentieren als über die angebliche Gefährdung des Euro durch einen Griechenlandaustritt. Ich denke, es ist umgekehrt: tritt dieses Land nicht endlich aus, dann ist die Gesamtkonstruktion Eurozone gefährdet.


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