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PROJEKT-TICKER

OB Schuster beklagt sich Wirtschaft bekennt sich

Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster fühlt sich von den Stuttgart-21-Gegnern ungerecht behandelt. „Ich finde es unangemessen, wie manche dieses Projekt personalisieren und für ihre persönliche Frustration mich als ihre Projektionsfläche nutzen. Es gab Hunderte von Diskussionen und Tausende von Anregungen vor der Beschlussfassung über das Projekt. Jetzt ist es entschieden, die Bahn baut. Da sitzt der Oberbürgermeister nicht mehr auf dem Fahrersitz.“ Schuster erklärte sich bereit, auf einer der Demonstrationen gegen das Bahnprojekt zu sprechen - allerdings unter einer Bedingung: „Wenn die Veranstalter gewährleisten können, dass ich einige Minuten reden kann, ohne dass meine Worte im Lärm der Trillerpfeifen untergehen.“ Ein Dialog müsse rational geführt werden. Durch die hohe Emotionalisierung sei das im Moment sehr schwierig.

Der Arbeitgeberverband Südwestmetall sowie die Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart und die Handwerkskammer Region Stuttgart sprechen sich deutlich für das umstrittene Bahnprojekt aus. „Große städtebauliche Veränderungen stoßen zumeist erst einmal auf Skepsis und Ablehnung“, so Südwestmetall-Chef Rainer Dulger. „Wer kurzfristig denkt, wird vor allem die Bauarbeiten und die damit verbundenen Belastungen sehen. Doch wer langfristig die Voraussetzungen dafür schaffen will, dass auch kommende Generationen in einer starken Wirtschaftsregion mit einer zeitgemäßen Infrastruktur leben und arbeiten, kommt an Stutt­gart 21 nicht vorbei.“ Deutlich spricht sich auch der Autobauer Daimler als einer der größten Arbeitgeber in der Region für Stutt­gart 21 aus: Wer seinen Wohlstand im heutigen Wettbewerb behaupten wolle, müsse über alle modernen Verkehrsträger angebunden sein.

 

Artikel vom 07.09.2010 © Eßlinger Zeitung

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Leser-Kommentare (4)

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08.09.2010 18:20 von EH

Die S21 Gegner sind nicht generell "große städtebauliche Veränderungen", sondern gegen die massiven Verschlechterungen, die es nach Realisierung von Stuttgart 21 für den Bahnverkehr geben würde. Es ist ein Hohn, dass sich die Wirtschaftsverbände von einer "zeitgemäßen Infrastruktur" in Zusammenhang mit Stuttgart 21 sprechen. Das Gegenteil wird der Fall sein, wenn Stuttgart 21 gebaut wird!

Wenn man LANGFRISTIG denkt - und dabei an die nachteiligen Folgen der neuen Engpässe im Bahnverkehr und Störungsanfälligkeit (mangels Ausweichstrecken) und geringere Leistungsfähigkeit des Bahnknotens Stuttgart denkt - kann man nur GEGEN Stuttgart 21 sein! Statt Stuttgart 21 sollte ein wirklich modernes, zukunftsfähiges und leistungsfähiges Bahnkonzept entwickelt und umgesetzt werden, dafür würde es sich lohnen zu investieren, jedoch nicht in den Rückschritt wie Stuttgart 21 es wäre.

Die Wirtschaftsverbände verbreiten Allgemeinbehauptungen, die die Menschen vom wesentlichen ablenken. Auf die Kritikpunkte der Gegner wird nicht eingegangen, sie werden nicht widerlegt. Warum? Vielleicht sind die Argumente der Kritiker so stichhaltig und schwerwiegend, dass sie nicht widerlegbar sind und somit zutreffen?

Natürlich wollen wir über "alle modernen Verkehrsträger angebunden" sein. Natürlich möchten wir "mit einer zeitgemäßen Infrastruktur leben und arbeiten". Darin sind sich Gegener und Befürworter vermutlich einig. Aber mit Stuttgart 21 werden diese Ziele nicht erreicht, sondern eher verhindert. Wir möchten eine bessere Lösung!

Und zu OB Schuster könnte, wenn er wollte, als oberster Repräsentant der Landeshauptstadt entsprechenden Einfluß ausüben. Natürlich ist er nicht für alles verantwortlich - aber er war einer der treibenden Kräfte für S21. Er verhinderte die Bürgerbefragung. Wollte er etwas gutes für Stuttgart tun würde er zurücktreten - er erfüllt seine Aufgaben nicht mehr.

08.09.2010 02:45 von Gabi O.

Zu OB Schusters Kommentar „- ... Es gab Hunderte von Diskussionen und Tausende von Anregungen vor der Beschlussfassung über das Projekt. Jetzt ist es entschieden, die Bahn baut. Da sitzt der Oberbürgermeister nicht mehr auf dem Fahrersitz.“ = 1. Wer denn hat bereits 2007 mind. 61.000 unumstrittene Stuttgarter Anti-S21-Unterschriften (lt. versch. S21-Gegnern bis 68.000) eiskalt abbügeln lassen, um damit um Himmels Willen nur irgendwie einen Bürgerentscheid zu vereiteln!?? Wer hat denn ein für ursprünglich geplantes 4,5 Milliarden S21-Projekt auf urplötzlich 4,1 Millarden kleingerechnetes (verkleinerte Eingängen usw.) bloss durchgewunken? Und wenn OB Schuster nun erklärt, er als OB säße bei solch tiefgreifend-nachhaltigen Milliardenmassnahmen in seiner Stadt "nicht mehr auf dem Fahrersitz", macht er sich für seine Stadt schlechthin selbst entbehrlich. 2. S21-Befürwortern wie der IHK samt Handwerkskammer Stuttgart, einem (wohl) Daimler-Pressesprecher stünde wie Herrn Dulger von Südwestmetall weitaus besser zu Gesicht, sich statt wohlgesetzter Worte besser mit kritischen Fakten auseinander zu setzen und gezielt zu S-21 Gegenargumenten konkret Stellung zu beziehen bzw. sie zu entkräften(schönreden geht natürlich einfacher!)

Aus meiner Sicht: Bahnhöfe sind schon erfunden = also keine Innovation. Stuttgart hat einen überholungsbedürftigen, aber funktionsfähigen Kopfbahnhof wie z.B. München -auch kein Dorf-. Unser Bahnhof funktioniert -bis auf die seit Jahren von der DB vernachlässigten Schienenanlagen in der Region- bisher klaglos. Fazit: wir haben - einen funktionellen Bahnhof! Was wir mit Milliardenaufwand in 10 Jahren bestenfalls bekommen - einen funktionellen Bahnhof! Herr, schmeiss Hirn ra...

07.09.2010 17:35 von Michael

Schauspieler Walter Sittler möchte selbst keine politische Veranwortung übernehmen, um dann parlamentarisch gegen die Fortführung des Projektes vorzugehen. Er wiegelt stattdessen lieber Menschen gegen Politiker und damit gegen unsere parlamentarische Demokratie auf. Er entzieht sich damit einem verantwortlichen demokratischen Entscheidungsprozess. Unsere Grünen sind eigentlich Teil dieses Prozesses und zeigen sich interessiert, mehr von der gesetzgebende Gewalt - deren Legitimation sie jetzt opportunistisch anzweifeln - abzubekommen - um dann S21 doch nicht zu stoppen. Ich bedauere, dass die S21-Protagonisten mit ihren Aktionen dem Ansehen unserer parlamentarischen Vertreter und damit unserer parlamentarischen Demokratie schaden. Es geht ihnen ja nicht darum mit Herrn Schuster in´s Gespräch zu kommen. Sie glauben legitimiert zu sein, ihn anzupöbeln. Wäre uns gedient, wenn mehr Politiker hätten, die einen solchen Zirkus mitmachen? Nein, ich hoffe, OB Schuster und Kollegen in Land und Bund verlieren nicht die Lust an der Gestaltung unseres Gemeinwesens und halten vor allem dem Pöbel stand.

07.09.2010 14:36 von Peter

Ich glaube nicht das die IHK für alle Ihre Mitglieder spricht ! Man ist ja Zwangs Mitglied !!!!!!!!!!


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