PROJEKT-TICKER
OB Schuster beklagt sich Wirtschaft bekennt sich
Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster fühlt sich von den Stuttgart-21-Gegnern ungerecht behandelt. „Ich finde es unangemessen, wie manche dieses Projekt personalisieren und für ihre persönliche Frustration mich als ihre Projektionsfläche nutzen. Es gab Hunderte von Diskussionen und Tausende von Anregungen vor der Beschlussfassung über das Projekt. Jetzt ist es entschieden, die Bahn baut. Da sitzt der Oberbürgermeister nicht mehr auf dem Fahrersitz.“ Schuster erklärte sich bereit, auf einer der Demonstrationen gegen das Bahnprojekt zu sprechen - allerdings unter einer Bedingung: „Wenn die Veranstalter gewährleisten können, dass ich einige Minuten reden kann, ohne dass meine Worte im Lärm der Trillerpfeifen untergehen.“ Ein Dialog müsse rational geführt werden. Durch die hohe Emotionalisierung sei das im Moment sehr schwierig.
Der Arbeitgeberverband Südwestmetall sowie die Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart und die Handwerkskammer Region Stuttgart sprechen sich deutlich für das umstrittene Bahnprojekt aus. „Große städtebauliche Veränderungen stoßen zumeist erst einmal auf Skepsis und Ablehnung“, so Südwestmetall-Chef Rainer Dulger. „Wer kurzfristig denkt, wird vor allem die Bauarbeiten und die damit verbundenen Belastungen sehen. Doch wer langfristig die Voraussetzungen dafür schaffen will, dass auch kommende Generationen in einer starken Wirtschaftsregion mit einer zeitgemäßen Infrastruktur leben und arbeiten, kommt an Stuttgart 21 nicht vorbei.“ Deutlich spricht sich auch der Autobauer Daimler als einer der größten Arbeitgeber in der Region für Stuttgart 21 aus: Wer seinen Wohlstand im heutigen Wettbewerb behaupten wolle, müsse über alle modernen Verkehrsträger angebunden sein.




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