Kelter steht an erster Stelle der Wunschliste
WANGEN: Bürgermeister Klaus-Peter Murawski schaut sich mit Bezirksbeirat Kita-Erweiterung, Unfallbrennpunkt und Jugendhaus an
Die Tour, die die Bezirksbeiräte am Montagabend mit Bürgermeister Klaus-Peter Murawski drehten, war vergleichsweise klein, dafür umfasste sie fast alle Wunschprojekte: die Erweiterung der Raveni-Kita, den Unfallschwerpunkt an den Otto-Konz-Brücken, das Jugendhaus und die Kelter - „ehrgeizige Vorhaben, in Zeiten knapper Kassen“, meinte ein Bezirksbeirat.
Regelmäßig unternimmt Verwaltungsbürgermeister Murawski mit den jeweiligen Bezirksbeiräten einen Rundgang in den Stadtbezirken - um Ärgernisse und Wunschprojekte kennenzulernen, zumal die Vorberatungen für den kommenden Doppelhaushalt beginnen. Vom Treffpunkt am Wangener Marktplatz bis zum ersten Anliegen der Wangener benötigte der Politiker-Tross keine zwei Minuten. Vor dem „Strobel“-Haus an der Ecke Zinkbrunnen-/Ravensburger Straße verharrten die Bezirksbeiräte das erste Mal. Das alte Gebäude soll abgerissen werden und Platz für die Erweiterung der Kindertageseinrichtung in der Ravensburger Straße machen. Wie beengt die städtische Einrichtung für Kinder ist, erlebte Murawski beim Blick in den Hinterhof. Um den mächtigen, alten Kastanienbaum winden sich zwei voluminöse Rutschen. „Die sind nur für den Notfall und keinesfalls zum Spielen“, erklärte Bezirksvorsteherin Beate Dietrich. „Eine einmalige Konstruktion, allerdings nehmen sie den Kindern zusätzlich Spielraum im Hinterhof“, staunte Murawski. Durch den geplanten Abriss und eine sinnvolle Erweiterung bekäme Wangens Nachwuchs nicht nur neue Räume, sondern auch ein größeres Außengelände, warben die Bezirksbeiräte für eine baldige Erweiterung des traditionsreichen Kindergartens.
Am nächsten Halt überzeugte sich Murawski vom Unfallbrennpunkt im Stadtbezirk: Die Kreuzung Otto-Konz-Brücken/Kesselstraße. Eigentlich ist dort ein Kreisverkehr geplant. Doch die Realisierung ist in die Ferne gerückt, weshalb die Stadt eine Interimslösung vorschlug, die wiederum die Bezirksbeiräte ablehnten. Beim Vorort-Besuch erkannte Murawski auch, dass das Verkehrsproblem nicht einfach zu lösen sein wird. Auch das Gehweg- und Lastwagenparken entlang der Hedelfinger Straße registrierte er. Um die Behebung der Parkplatzprobleme ging es auch auf dem Platz hinter der Wilhelmsschule. Durch die Verkleinerung des „eh untergenutzten städtischen AWS-Betriebshofs“ könnten einige Stellplätze gewonnen werden, meinten die Bezirksbeiräte. Nach einer kurzen Stippvisite im Jugendhaus B 10 ging‘s zur Endstation, der Kelter. „Seit Jahren fordern die Bürger die Modernisierung des altehrwürdigen Gebäudes. Die Pläne hierfür werden gerade erstellt und sollen im Juli noch dem Bezirksbeirat vorgestellt werden“, erzählte Dietrich. Welch wichtige Rolle das Fachwerkgebäude im Wangener Gesellschaftsleben spielt, konnte Murawski erahnen. Die Stände für den Mittwochmarkt waren ebenso aufgestellt, wie die Dekoration für das kommende Zigeunerfest. „Die Kelter ist der Ortsmittelpunkt am Markttag und bei Festen, sie dient der Feuerwehr als Domizil und den Wengertern im Herbst noch um die Lese einzufahren“, betonte Bezirksbeirat und Weinberg-Besitzer Gerhard Föll. Auf der Wangener Wunschliste steht deswegen die Sanierung des mächtigen Gebäudes an erster Stelle. Im Gesamtkonzept enthalten ist zudem die Umgestaltung des Kelterplatzes und eventuell die Nutzung des Backhäusles. „Ein ehrgeiziges Projekt, das den Wangenern bereits vor den vergangenen Etatberatungen versprochen wurde“, erinnerten die Bezirksbeiräte vorsorglich an die Haushaltskämpfe vor zwei Jahren.


