In der Tanzstunde lieben gelernt
UNTERTüRKHEIM: Josef und Gertrud Mayer feiern Diamantene Hochzeit
Das Ehepaar feierte zwar „nur“ die Diamantene Hochzeit, „für uns ist es aber heute bereits eine Gnade, dass wir 60 Jahre so nett beeinander sein dürfen“, erklärte Gertrud Mayer Untertürkheims Bezirksvorsteher Klaus Eggert, der am Nachmittag die Glückwünsche des Ministerpräsidenten und der Landeshauptstadt überbrachte. Mit leuchtenden Augen erinnert sich die 81-Jährige, wie sie ihren späteren Mann kennenlernte. „1946, in der Tanzstunde bei Ly Berner.“ Die Zuneigung füreinander entbrannte bereits nach den ersten Tanzstunden, bis zur Hochzeit ließen die beiden sich allerdings noch vier Jahre Zeit. „Es war die schwere Nachkriegszeit. Nur mit viel Mühe haben wir eine Wohnung bekommen“, erzählt Josef Mayer. Als 14-Jähriger war er während des „kalten Kriegswinters 1941“ nach Stuttgart gekommen und hatte eine Lehrstelle im Sanitär- und Flaschnerbereich gefunden. „Bei der Firma Dautel und Beuttenmüller, denen ich 50 Jahre treu blieb. Sie waren wie eine zweite Familie“, denkt der 83-Jährige mit Freude an seine Berufszeit zurück. Im Mittelpunkt standen für das Ehepaar jedoch immer die eigenen drei Söhne, der samstägliche Besuch beim VfB Stuttgart im Neckarstadion für Josef Mayer und für die gesamte Familie der Garten in der Nähe des TBU-Sportgeländes. „Dort haben wir Äpfel, Zwetschgen, Mirabellen sowie Gemüse und vor allem die eigenen Tomaten angebaut“, erzählt Gertrud Mayer mit Wehmut. Schweren Herzens haben sie ihr „Stückle“ erst vor wenigen Jahren altershalber verpachten müssen. Im Obst- und Gartenbauverein sind sie dennoch aktiv geblieben. „Mit dem Verein haben wir herrliche Reisen durch Deutschland und Europa unternommen“, sagen beide. Ebenso gerne erinnern sie sich an die 16 Aufenthalte mit dem Jahrgang 1927/28 in Lermoos zurück. Den Ehrentag - stolze 60 Ehejahre - feiert das Ehepaar mit ihren drei Söhnen und deren Familie inklusive den vier Enkeln am Sonntag - vermutlich ohne Walzer oder Tango.



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