Sommermonat fiel ins Wasser
BAD CANNSTATT: Wenig Sonnenschein und viel Niederschlag im August
„38,1 Grad war die Höchsttemperatur am Schnarrenberg, an der Messstation am Gaskessel kletterte das Thermometer im August sogar bis auf knapp unter 39 Grad - das war wirklich ein Supersommer“, erinnert sich Postuwka-Schluck. Die Rede ist jedoch nicht von diesem Jahr, sondern von 2003. Damals waren 29 Tage im Monat so genannte Sommertage, sprich mehr als 25 Grad. Immerhin 16 „heiße Tage“ knackten die 30-Grad-Marke. „Auch der August 2009 war mit 23 Sommertagen und immerhin neun heißen Tagen schöner als in diesem Jahr“, so die Meteorologin.
„Der vergangene Monat hatte gerade Mal neun Sommertage, die 30 Grad wurden nur an drei Tagen überschritten.“ Doch trotz der empfundenen Eiseskälte ist der August 2010 weit weg von Spitzentiefstwerten, denn die mittlere Temperatur lag mit 18,9 Grad nur 0,5 Grad unter dem Durchschnitt. Rekordverdächtig - allerdings im negativen Sinne - war indes die Sonnenscheindauer. Mit 155 Stunden im Monat ist dem vergangenen Monat ein Platz unter den Top 5 sicher. Am dunkelsten war bislang der August 2006 mit 130 Stunden Sonnenschein.
„Wir hätten uns das gerne anders gewünscht“, sagt Bäderchefin Anke Senne-Bunn. Doch den Draht zum Wettergott habe man leider noch nicht gefunden. „Das Auf und Ab des Wetters spiegelt sich in den Zahlen wieder. Am Samstag, 28., und Sonntag, 29. August, strömten 2061 Besucher in die Freibäder der Landeshauptstadt. Am besten Wochenende des Sommers waren es 73 191. Um die Badegäste anzulocken, sei ein stabiles Hoch von zwei bis drei Tagen notwendig. Doch gerade Mal zehn Tage ohne Niederschlag wirkten sich auch auf die Bäderbetriebe aus. „Die Besucherzahlen lagen im Juli bei mehr als 50 Prozent Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr, jetzt sind wir noch bei 2,78 im Plus“, so Senne-Bunn.
91,3 Liter Niederschlag - immerhin knapp 14 Liter mehr als das Mittel - machten auch den Wengertern zu schaffen. „Für die Reben regnete es zu viel. Glücklicherweise wurden wir vom Hagel verschont“, sagt Franz Plappert, Vorstand der Weinvilla Stuttgart, einem Zusammenschluss der Weingärtner Bad Cannstatt und der Weinmanufaktur Untertürkheim. Neben der Kälte habe zudem die gute Vorarbeit eine drohende Fäulnis verhindert. „Die Weinberge waren vom Laub befreit, so konnte sich die Feuchtigkeit nicht stauen und die Trauben sich gut entwickeln.“ Entscheidend seien jedoch der September und Oktober, bestätigt auch der Cannstatter Wengerter Fritz Raith. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir mit wenig Niederschlag und viel Sonne einen guten Jahrgang bekommen.“



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