STUTTGART 21
220 Einsprüche gegen Abstell-Bahnhof
UNTERTüRKHEIM: Anwohner fürchten Lärm durch die geplante Reinigung und Instandsetzung von ICE-Zügen
Ende Juli machte das Regierungspräsidium die Umgestaltungspläne für den Abschnitt 1.6b für Stuttgart 21 bekannt. Auf dem Gelände des bestehenden Güterbahnhofs sollen künftig ICE- und andere Züge gereinigt, gewartet und abgestellt werden. Beim Stadtplanungsamt lagen die Pläne einen Monat lang aus. Auf dem durch einen neuen Ring angeschlossene Servicebahnhof sind laut Planfeststellungsunterlagen eine Innen- und Außenreinigungsanlage, ein technischer Service-Punkt, eine Tankanlage sowie Büro und Verwaltungsgebäude vorgesehen. Die Befürchtungen der Anwohner richten sich einerseits gegen die Lärm- und sonstige Beeinträchtigungen, die sie während der Bauzeit erfahren. Vor allem wehren sie sich aber gegen die Lärmemission, die durch den ständigen Betrieb von Reinigungs- und Wartungsanlagen, sowie durch Warnsignale verursacht werden. Gerade aus den Erfahrungen mit den nervenden Warnhupen während der Schienenarbeiten haben sich Anwohner unter Federführung von Eberhard Wick zu einer Initiative zusammengeschlossen. 220 Einsprüche gingen bis gestern Vormittag bei den Aktiven ein. In einem Ordner gebündelt, gaben Glemser und König diese teilweise mit persönlichen Anmerkungen ergänzten Einwände der Anwohner im Stadtplanungsamt ab. Weitere rund 30 Einsprüche gingen nach Angaben eines städtischen Mitarbeiters per Post ans Stadtplanungsamt oder ans Regierungspräsidium. In einer Fleißarbeit schaute Glemser zudem die Ordner des Planfeststellungsverfahren durch und fand 56 Unklarheiten, veraltete Fakten oder - aus seiner Sicht - Fehler. „Offensichtlich sind die Planungen zu diesem Projektabschnitt in vielerlei Hinsicht ungenügend und unverträglich. Allein die während der Bauzeit und beim Betrieb der geplanten Anlagen von der Bahn veranschlagten Schallemmissionen sind für die Anwohner in Untertürkheim unzumut-bar einzustufen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinderats-Grünen. Auch die Tatsache, dass erneut große Massen an Erdaushub und Bauschutt nicht auf der Schiene, sondern durch Lastwagen abgefahren werde, sei als Planungsdefizit zu bewerten. Die Bedenken und Einsprüche werden als Bestandteil des Planfeststellungsverfahrens noch im Gemeinderat, im Bezirksbeirat und in Form einer Anhörung der Anwohner erörtert werden.



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