Ein Blickfang - Hemdkragen als Schal
Rund 200 Jungdesigner präsentieren noch bis Sonntag in der Liederhalle ihre ausgefallenen Kollektionen und Entwürfe
Ein Schal aus einem Hemdkragen oder einen Notenständer als Leuchte? Das gibt‘s nur auf der Messe Blickfang in der Liederhalle. Noch bis Sonntag präsentieren sich rund 200 Jungdesigner und ihre ausgefallenen Kreationen aus den Bereichen Möbel, Schmuck und Bekleidung. Doch Blickfang-Gründer und Veranstalter Dieter Hofmann plant bereits den nächsten Coup: „Ab 2012 werden wir unserer Ausstellungsflächen um 40 Prozent erweitern.“
Katja Famulok, Projektleiterin der Blickfang GmbH, schaut noch etwas skeptisch, als Lena Kvadrat ihr einen ziemlich ausgefallenen Schal um den Hals drapiert. Denn dabei handelt es sich um ein Accessoire in Form eines Hemdkragens samt Ärmel. Doch nachdem die russische Modedesignerin, die ihr Label art point im Jahr 1993 in Moskau gegründet hatte und mittlerweile seit zehn Jahren mit Erfolg ein Geschäft in Wien betreibt, gekonnt die Ärmel samt Manschetten um den Hals zurecht gezupft hat, ist die Mitarbeiterin von Dieter Hofman sichtlich angetan: „Etwas ausgefallen - aber schick.“ Zwei Adjektive, mit denen sich sowohl Mode wie auch Schmuckangebot auf der Blickfang treffend beschreiben lassen.Doch neben ausgefallenen Kleidern, Hüten und Ringen gibt es jede Menge Ausgefallenes rund um das Thema Wohnen. So zum Beispiel die Firma dua-collection. Grundlage für deren Lampe „Lichtnote“ ist ein Notenständer, der in einer modifizierten Form als Leuchte für ein sehr variables Licht sorgen kann. Ebenfalls außergewöhnlich an diesem Stand ist die riesige Dekoration, die irgendwie an eine riesige Koralle erinnert. Sie wurde am Computer entwickelt, besteht aus 5792 Einzelteilen, wiegt 137 Kilogramm und brauchte ein Bauzeit von zwei Wochen.
„Die Vielfalt der Ideen ist schon erstaunlich“, sagt Blickfang-Chef. Kein Wunder, dass neben den gut 200 Teilnehmern nochmals die gleiche Anzahl auf der Warteliste steht. „Nicht jeder eignet sich für die Blickfang“, so Hofmann, weshalb eine Fachjury im Vorfeld „aussortiert“. Nicht einfach, denn hinter jedem Produkt steckt viel Arbeit und die Enttäuschung der Jungdesigner im Falle einer Absage sei natürlich groß. „Aber wir haben nun einmal nur begrenzt Platz“, so der Blickfang-Gründer.
Noch, denn ab 2012 soll sich das ändern. „Wir haben bereits vor zwei Jahren angefragt, ob wir den Beethovensaal zusätzlich anmieten können“, erzählt Hofmann. Erst jetzt gab es grünes Licht für weitere gut 2000 Quadratmeter Fläche. Damit vergrößert sich die Blickfang um fast 40 Prozent. „Allerdings nicht nur für weitere Aussteller, sondern insbesondere für Sonderschauen“. Beispielsweise für das Thema „Design for Kids“, was im vergangenen Jahr auf der Blickfang einer der Renner war. Damit habe sich das Thema Standortwechsel, der im Team einige Mal diskutiert worden war, endgültig erledigt.
Die Messe Blickfang ist heute, 11 bis 21 Uhr, und morgen, 11 bis 19 Uhr, geöffnet. Weiter Infos zu den Ausstellern und Vorträgen unter www.blickfang.com.



