Mineralbad-Sanierung zu teuer
BAD CANNSTATT: Bezirksbeirat kritisiert die Kosten in Höhe von 3,65 Millionen Euro
(if) - Das Mineralbad Cannstatt wird ab 19. April saniert. Der Bezirksbeirat hat nach eingehender Diskussion die Pläne einstimmig befürwortet, über die Bäderchefin Anke Senne-Bunn und Detlef Szlamma, Technischer Leiter des Eigenbetriebs, berichtet haben.
Szlamma erklärte, dass das Bad aufgrund des Solewassers insbesondere in den Sprossen und Seilen der Glaskupplung angegriffen ist. Die Stahlseilkonstruktion muss erneuert werden, auch die abgehängte Decke. Fugen am Boden seien aufgelöst und dahinter liegender Beton sei beschädigt. Deshalb müssen die Fliesen erneuert werden. Das gilt auch für den Saunabereich. Die Sauna- und Dampfbadanlage ist deshalb von Mai bis September ebenfalls geschlossen. Das durch die zeitgleiche Schließung von Bad und Sauna vorübergehend freiwerdende Personal wird in andern Bädern, insbesondere in den Freibädern eingesetzt. Das Bad soll bis Ende Januar nächsten Jahres saniert werden. Das Bistro bleibt geöffnet. Die Sanierung des Bades kostet 3,65 Millionen Euro, die der Sauna 440 000 Euro. CDU-Bezirksbeirat Axel Rahm wollte wissen, ob bei dem Bad nicht ein verdeckter Mangel vorliege. Szlamma erklärte, dass es das für den Bereich nicht gebe. Die Stadt hatte für das Mineralbad vom Erbauer Wolff & Müller (wie berichtet) 23,7 Millionen Euro aufgewendet. Das Mietverhältnis wurde rückwirkend zum 31. Dezember 2008 aufgelöst. Grünen-Bezirksbeirat Peter Mielert sagte, dass Erfreuliche sei die energetische Sanierung. SPD-Bezirksbeirat Stefan Conzelmann erklärte die „kritische Zustimmung“ zu den Sanierungsplänen und stellte die Frage, wie die Fehler, die beim Bau gemacht worden seien, verhindert werden können. Gerhard Veyhl von den Freien Wählern sagte, nach 15 Jahren eine Komplettbauruine vorzufinden, sei gigantisch. Er verstehe nicht, dass gerade jetzt im Bad Berg die reduzierten Öffnungszeiten eingeführt worden seien und auch noch der Umbau im Leuze stattfinde. „Ich hätte mir gewünscht, dass das Bad Berg die Öffnungszeiten beibehält“, so Veyhl. Aktuell soll mit den Frühbadern über eine besondere Jahreskarte und gesonderte Tarife im Berg gesprochen werden. SÖS/Linken-Bezirksbeirat Dieter Laube kritisierte, dass die Stadt viel Geld in den Kauf gesteckt habe, stimmte aber der Sanierung mit dem Versprechen zu, so etwas künftig zu verhindern. Senne-Bunn erklärte, dass der Bäderbetrieb mit der Firma Wolff & Müller eine Vereinbarung habe treffen müssen. Der Rückkaufpreis sei in die anstehende Sanierung eingeflossen. Es sei klar, dass die Firma nicht die Materialien verbaut habe, die dem Solewasser standhalten. Doch Senne-Bunn betonte, dass der Mietvertrag bis 2017 gelaufen wäre und nun über eine Million Euro Miete pro Jahr wegfalle. Szlamma sagte, es gebe keine Möglichkeit, gegen Wolff & Müller vorzugehen. Die reduzierten Öffnungszeiten im Bad Berg seien durch die Haushaltskonsolidierung gekommen, erläuterte Senne-Bunn. Klar war, dass das Leuze umgebaut wird, die Sanierung in Cannstatt habe den Bäderbetrieb überrascht.



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