Parkprobleme beim Altenheim
BAD CANNSTATT: Das Seniorenpflegezentrum des DRK soll ohne Tiefgarage gebaut werden
Die neuen, von der Stadt genehmigten Baupläne des Altenheims im Sommerrain hat DRK-Kreisgeschäftsführer Frieder Frischling
am Mittwochabend im Bezirksbeirat vorgestellt. Kritisiert wurde vom Bezirksbeirat und von Anwohnern, dass das DRK keine Tiefgarage
mehr plant und dass das Gebäude lediglich um zwei Meter nach Süden verschoben wird.
Zahlreiche Anwohner waren zur Bezirksbeiratssitzung gekommen, um sich über die neuen Pläne zu informieren. Frischling erklärte nochmals die Verzögerungen des Baus: Aufgrund der Baupreissteigerung habe das DRK überlegt, wo noch Einsparungen möglich seien. Zuerst habe das Gebäude mit seinen vier Ebenen 16,2 Millionen Euro gekostet. Dann seien die Baukosten auf 18 Millionen Euro angestiegen, jetzt stehen sie bei 14,5 Millionen Euro, so Frischling. Der Verzicht auf die Tiefgarage spare eine Million Euro. Die Stellplätze werden vor dem Haus angeordnet, 21 an der Zahl, dies entspreche der Landesbauordnung. Zuerst war eine Tiefgarage mit 15 Stellplätzen unten und fünf oberirdisch geplant gewesen. Zu einer Bauverzögerung sei es durch neue Vorgaben der Landesbauordnung gekommen. So mussten die Zimmer von 15,8 Quadratmeter auf 16 Quadratmeter vergrößert werden. Als Frischling erklärte, dass das Gebäude um zwei Meter versetzt werde, gab es von den Anwohnern enttäuschte Zwischenrufe. Mehr sei nicht gegangen, so Frischling, weil es sonst Probleme bei der Zufahrt zum Altenheim aus der Straße „Auf der Gans“ geben würde. Mit den Ämtern sei dies abgestimmt. Wie nun das Altenheim künftig heißen wird, erklärte Frischling, auf Nachfrage von CDU-Bezirksbeirat Roland Schmid und eines Anwohners, dass es keinen offiziellen Namen gebe. Intern werde von Altenwohnanlage im Sommerrain gesprochen. Postalische Adresse werde der Fuchsienweg sein. Es gibt zwei Zufahrten: für die Anlieferer von der Straße „Auf der Gans“ und für die Besucher und Beschäftigten über den Kleinen Ostring und den Fuchsienweg. Das Alten- und Pflegeheim werde 102 Bewohner zählen und 28 Betreute Wohnungen. „Wir schaffen rund 50 Arbeitsplätze“ so Frischling. Da es sich um Schichtbetrieb handele, seien stets etwa 25 Mitarbeiter da, von denen einige mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. CDU-Bezirksbeirat Schmid erklärte, dass die Zahl der Stellplätze zwar dem Baurecht entsprechen, aber die Erfahrung meist zeige, dass mehr Plätze notwendig seien. Er äußerte sein Unverständnis darüber, dass die Stadt den Bau ohne Tiefgarage genehmigt habe und schlug vor, weitere Parkplätze einzurichten. Soll die Stadt überprüfen, ob etwa am Kleinen Ostring statt Längs- ein Querparken möglich sei. Das Versetzen des Gebäudes um zwei Meter kritisierte Schmid als „zu wenig“. Auch von den Anwohnern kam Protest. Sie wollten wissen, wie groß der Abstand des Gebäudes zu den Häusern im Geranienweg sei. Darauf konnte Architekt Rainer Hahn keine exakte Antwort geben: Ab Wohnkante seien es etwa sechs Meter Abstand bis zum Weg vor den Grundstücken. Anwohner äußerten große Bedenken hinsichtlich der Parksituation in den Straßen „Auf der Gans“, im Kleinen Ostring und im Fuchsienweg, auch als sie hörten, dass eine öffentliche Arztpraxis ins Altenheim einziehen soll. SPD-Bezirksbeirat Stefan Conzelmann warf ein, dass das Krankenhaus Bad Cannstatt zusätzlich eine Tiefgarage baue, gerade weil die Pflegekräfte im Schichtbetrieb nicht immer öffentliche Verkehrsmittel nutzen können. Er erklärte, dass der Abstand des Gebäudes zum Geranienweg unbefriedigend sei. Am Ende befürwortete der Bezirksbeirat Schmids Antrag an die Verwaltung, den Parkraum im Gebiet zu optimieren und zu prüfen, ob außerhalb Stellplätze geschaffen werden können, etwa durch Umwandlung von Längsparken in Querparken im Kleinen Ostring. Auch wurde vom Gremium einstimmig der Antrag befürwortet, dass die Verwaltung prüft, ob das Gebäude um weitere zwei bis drei Meter versetzt werden könne. Im Sommer will das DRK mit dem Bau beginnen.



