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Ordnungsamt baut auf freiwillige Helfer

ESSLINGEN: Ab Mai nächtliche Streifen in der Innenstadt - Rathaus sorgt sich um Sauberkeit und Ordnung

Die Stadtverwaltung sucht 20 ehrenamtliche Helfer, die ab Mai in der Innenstadt auf nächtliche Streifen gehen. Zuvor sollen sie auf ihre Aufgabe gründlich vorbereitet werden. Markus Raab verspricht sich als zuständiger Bürgermeister von dieser Präsenz mehr Sauberkeit und Ordnung. Sollten sich nicht genügend Mitarbeiter finden, soll das Konzept trotzdem umgesetzt werden. Für diesen Fall sind Abstriche im Gespräch.

Von Hermann Dorn

140 000 Euro hat der Gemeinderat für den Versuch bewilligt, gegen nächtliche Ruhestörungen, Müll und andere unschöne Begleiterscheinungen vorzugehen, wie sie häufig mit übermäßigem Alkoholgenuss verbunden sind. Im Mittelpunkt steht der Aufbau eines Kreises ehrenamtlicher Mitarbeiter, die in den Sommermonaten von 22 bis 3 Uhr durch die Innenstadt ziehen. Der Schwerpunkt für die Gruppen, die von fünf Freiwilligen und einem hauptamtlichen Mitarbeiter gebildet werden, liegt auf den Nächten auf Samstag und Sonntag. Raab verspricht sich schon von der Präsenz einen erzieherischen Effekt. Wenn es die Situation erfordert, soll der Ordnungsdienst schlichtend eingreifen. Er ist auch berechtigt, Verwarnungen auszusprechen. Sollten sich Situationen zuspitzen, kann die Polizei hinzugezogen werden. „Ein Anruf genügt“, sagt Peter Schubert, der Leiter des Polizeireviers Esslingen.

Bewerben können sich Männer und Frauen, die volljährig sind (Ordnungs- und Standesamt, Beblinger Straße 3, 73728 Esslingen, Tel. 0711/3512-2327 oder -2838). „Nach oben gibt es keine Altersgrenze“, sagt Sabine Dorsch, Abteilungsleiterin im Ordnungsamt. Als Voraussetzungen nennt sie körperliche Fitness und soziale Kompetenz. Die Bewerberinnen und Bewerber sollen zuverlässig, belastbar und flexibel sein. Die Verwaltung erwartet Aufgeschlossenheit für den Umgang mit jungen Menschen sowie Teamgeist. Gefragt ist auch die Bereitschaft, sich fortzubilden. „Die Mitarbeiter müssen sich auf Situationen vorbereiten, die nicht immer ganz positiv sind“, sagt Gerhard Gorzellik, der Leiter des Ordnungsamts. Auf 20 Stunden veranschlagt er den Schulungsbedarf. Die Risiken, die mit dem Dienst verbunden sind, hält er für überschaubar. Übergriffe seien nach den bisherigen Erfahrungen in Esslingen die große Ausnahme.

Acht Euro pro Stunde

Bürgermeister Raab weiß, dass der finanzielle Anreiz für eine Bewerbung eher bescheiden ist. Die Aussicht, acht Euro pro Stunden zu bekommen, dürfte in seinen Augen eher einen Nebenaspekt bilden. In den Vordergrund rückt er vielmehr das Motiv, sich für das Gemeinwesen zu engagieren. „Ich hoffe, dass viele Bürger die Themen Sauberkeit und Ordnung als Aufgabe für sich entdecken.“ Sollte die Resonanz hinter den Erwartungen zurückbleiben, will Gorzellik im Mai trotzdem die ersten Streifen auf Tour schicken. In diesem Fall erwägt er für die Anfangsphase einen abgespeckten Einsatzplan. „Wir würden unser Konzept dann unseren personellen Möglichkeiten anpassen.“

Raab kündigt bereits eine weitere Vorlage an, die eine Antwort auf zunehmenden Lärm, Müll und Aggression liefern soll. Ziel ist es, mit öffentlichen Angeboten mehr Menschen in die Stadt zu locken und ein Gegengewicht zu möglichen Störern zu bilden. Als Beispiel nennt er eine nächtliche Fotosafari. Weitere Einzelheiten soll es im Frühjahr geben.

UMFRAGE:

Könnten Sie sich vorstellen, als Ehrenamtlicher für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen? Nehmen Sie teil an der Umfrage

 

Artikel vom 31.01.2012 © Eßlinger Zeitung

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Leser-Kommentare (10)

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06.02.2012 13:21 von Flimrick

Um die Nachhaltigkeit einer solchen Idee zu prüfen, sollte Herr Gorzellik mit gutem Beispiel vorangehen. Auf gehts, angemeldet zur Schulung und mal ein Jahr neben dem eigentlichen Beruf ein solches "Amt" begleitet. Warum eigentlich eine Gruppe von fünf Personen? Sicherheit? Wegen der "zunehmenden [...] Aggression?" Egal, die Straße ruft, folgen Sie der Melodie ....

02.02.2012 10:20 von eine Mutter

Dem Kommentar von Herrn Schulz kann ich nur zustimmen, er spricht mir aus der Seele. "Respekt vor dem Eigentum anderer, ein geregelter Lebenswandel, Achtung von Grenzen usw. lassen sich nicht durch Hilfssheriffs vermitteln. Hier haben die jeweiligen Familien versagt"

02.02.2012 10:12 von Karlenchen

Fragen sie mal einen Polizisten, ob er nochmal Polizist werden würde. Viele würden einen anderen Weg einschlagen. Bespucken, beschimpfen sind angreifen lassen...... Und das tun sich Freiwillige an? Bei Anzeigen müssen sie den eigenen Namen angeben.....damit die Täter auch genau wissen, wenn sie verantwortlich machen können. Sie schädigen dann ihren PKW, ihr Haus oder Sonstiges. Ich persönlich habe genug, an Nachbarn mit Lebensweisen..."Was dein ist auch mein" Diese Leute greifen sie an, beleidigen sie und noch mehr, wenn sie sich wehren wegen ihrem Eigentum. Also alle Achtung an den Schreiber vorher, und gute Nerven wünsche ich allen die diesen Dienst machen.

01.02.2012 18:24 von RUDOLF LIEBERMANN

BÜRGER AUS ESSLINGEN WAS IST ..............ANRUFEN BITTE.

01.02.2012 09:05 von RUDOLF LIEBERMANN esslingen

ICH RUDOLF LIEBEMANN WERDE DEN ORDNUNGSDIENST EHRENAMTLICH MACHEN. .......VERZICHT AUF DIE 8 EURO. .........WER MACHT AUCH NOCH MIT OHNE GELD. HANDY-TAG-NACHT 0175-4854261 bitte anrufen nur mut ........ ade.

31.01.2012 12:40 von Siegfrid Schulz

So, jetzt haben wir´s: Nachdem jahrelang die Polzei immer mehr weggespart wurde und gleichzeitig die Anzahl der Haushalte (Familien mag ich das gar nicht nennen), in denen kein vernünftiges Familienleben geschweige denn Erziehung mehr stattfindet, explosionsartig zunimmt, sollen jetzt Freiwillige für einen Hungerlohn die Birne hinhalten. Wo ist unsere Gesellschaft eigentlich hingekommen?

Respekt vor dem Eigentum anderer, ein geregelter Lebenswandel, Achtung von Grenzen usw. lassen sich nicht durch Hilfssheriffs vermitteln. Hier haben die jeweiligen Familien versagt. Man darf auch nicht auf die Schulen schimpfen. Auf die ersten 6 Lebensjahre haben die keinen Einfluss, aber die sind prägend. Auch der beste Kindergarten kann ein liebloses und orientierungsloses zuhause nicht kompensieren. Im Prinzip müssten alle Menschen von 5-25 Jahren auf regelmässige Kurse "Wie mache ich etwas sinnvolles aus meinem Leben?" Dann hätte die ganze Gesellschaft viele Probleme weniger. Doch ich weiß, das ist Utopie.......

31.01.2012 10:34 von Jörg Krauß Teil 2

Die Problematik, die die Stadtverwaltung hier versucht mit beschriebenen "Methoden" in den Griff zu bekommen, erinnert mich an meine "jüngeren Zeiten" in Esslingen, als es zumindest noch Signale aus der Verwaltung gab, die öffentlich geförderte Jugend- und junge Erwachsenenkultur zumindest in der verwalterischen Wahrnehmung nach Aussen noch zu erkennen zu geben. Heute wie Gestern wird an Symptomen "herumverwaltet" aber mit den Ursachen solcher Entwicklungen ist man wie in aller Regel und zu allen Zeiten weder inhaltlich in der Diskussion und personell wie finanziell überfordert. Nichts wirklich Neues. Ich würde nicht als Lösung, aber als Ansatz einer zukünftigen Diskussion fordern, einen eigenständigen Jugenkulturetat für die Stadt Esslingen komplett, rigoros und für alle Zeiten vom Sozialetat zu entkoppeln und eine eigenständige Abteilung zu gründen, die nicht verhindern kann, das nachts betrunkene Jugendliche durch die Stadt "ziehen", aber mit Sicherheit über den Zeitraum einer Entwicklung von über 20 Jahren, von dem wir hier reden, verhindern kann, das es immer mehr werden. Auch die Kombination eines Sozial- und Kulturbürgermeisters in Personalunion halte ich für gelinde gesagt auf Dauer für unglaubwürdig je nach Anspruch einer Gemeinde wie z.B. Esslingen.

31.01.2012 10:26 von Jörg Krauß Teil1

"Die Verwaltung erwartet Aufgeschlossenheit im Umgang mit jungen Menschen." Da kann ich nur sagen, der Druck auf diese jungen Menschen nimmt Jahr für Jahr zu, von der Schule bis in die Ausbildung und den Beruf hinein, von den allgemeinen Bildungsansätzen ganz zu schweigen. Zeitgleich findet kaum bis keine öffentlich geförderte Jugend- und junge Erwachsenenkultur innerstädtsich genau zu den Zeiten statt, an dem nun das "Ehrenamt" durch die Gemeinde patroullieren soll. Das innerstädtische Angebot an öffentlich geförderter Jugendkultur geht quasi gegen Null. Dies ist eine Entwicklung der letzten 20 Jahre oder noch länger. Die Jugendkultur wird i.d.R. digitalen "Marktmechanismen" überlassen, die viel Geld in die leeren öffentlichen Kassen spült, von denen aber in die andere Richtung kein gemeinwesenbezogenes Signal für junge Leute bis sagen wir mal 25 Jahre ausgeht. Wir reden hier auch von negativen Auswirkungen, die die Verwaltung die letzten Jahre selbst initiativ mit angeschoben hat. Die Jugendlichen, die i.d.R. des nächtens innerstädtisch irgendwo "auffällig" werden, kommen aus privatwirtschaftlich organisierten Etablisements oder kommen in Ermangelung des nötigen Kleingeldes für den Kulturkonsumpark direkt von den Spirituosenregalen der Discounter.

31.01.2012 08:46 von Matthias

So ein Schwachsinn kann auch nur einem Bürokratenhirn entfallen. Allerdings würde ich liebend gerne auch mal anregen, Jobs in den Verwaltungen durch Ehrenamtliche zu ersetzen, die haben wenigstens noch eine Verwurzelung in der Gesellschaft und wissen was sich gehört bzw. was sinn macht! Ach ja, und wieso wird nichtmal der Mindestlohn bezahlt????

31.01.2012 08:36 von Andreas Zaininger

Endlich ist es soweit. Alle Hobbysheriffs, sonstige notorische Anschwärzer, und rechtspopulistsiche Paragraphenreiter die eh schon in Regelmässigkeit die Nachbarschaften psychisch und physisch terrorisieren werden jetzt von der Stadt rekrutiert. Oje was ist nur aus meiner Heimatstadt geworden. Vielmehr sollten die unfähigen Polizeibeamte der Stadtteilposten (z.B.RSKN) in Schwung gebracht werden, die direkt vor ihrem Posten nicht mal einen einfachen Unfall aufnehmen können oder wollen. Hier sollte man Bürgernähe signalisieren und nicht mit irgendwelchen Hobbysherrifs die psychologisch nicht mal deeskalierend ausgebildet sind.


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