Quizfragen und Erkundungstouren durch den Wald
ESSLINGEN: Waldheim-Kinder bekommen Besuch und Eis vom Ersten Bürgermeister
„Wie alt ist das Waldheim?“ In seinem Eifer rennt der Knirps Betreuerin Johanna Böhmler fast um. „52 Jahre“ antwortet die Lehramtsstudentin, die sich im Leitungsteam des evangelischen Waldheims am Jägerhaus engagiert. An diesem trüben Vormittag haben die Kinder beim Hausspiel jede Menge Aufgaben zu lösen. Dazu gehören auch Wissensfragen rund ums traditionsreiche Waldheim, in dem sicher schon einige Eltern ihre Ferien verbracht haben. Mittags steht dann ein Besuch von Vertretern der Stadt und der Kirche auf dem Programm. Auch in diesem Jahr hat Esslingens Erster Bürgermeister Wilfried Wallbrecht wieder ein Eis für alle im Gepäck. 290 Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 14 Jahren erleben gerade die erste der beiden dreiwöchigen Freizeiten im Studentenhotel am Jägerhaus, welche die evangelische Gesamtkirchengemeinde Esslingen in jedem Sommer organisiert. Sie werden von 42 Gruppenleitern betreut, die den ganzen Tag mit ihnen Programm machen. „Die 21 Gruppen geben sich nach den Buchstaben des Alphabets phantasievolle Namen“, erzählt Johanna Böhmler. Voller Hingabe lassen die „Herzhaften Hähnchen“ ihre selbst gebastelten Schleuderbälle rotieren, während die „Neongrünen Nuggets 09“ ihre Ninjakostüme für das Geländespiel am Nachmittag zusammenstellen.
Gemeinsames Frühstück zum Start
Die Gruppenleiter, augenzwinkernd als „OT“ bezeichnet, was übersetzt Onkel- und Tantenteam heißt, sind selbst oft dem Teenageralter noch nicht entwachsen und wissen darum genau, was ihre Schützlinge gerne machen. „Bei uns wird gerade ein Mord in Palermo gelöst“, erzählt Betreuerin Leonie Thum. Ein Tag im Waldheim ist lang. Frühmorgens werden die Kinder in ihren Stadtteilen mit Bussen abgeholt. Sie kommen nicht nur aus Esslingen, sondern auch aus Altbach, Deizisau und Aichwald. Um 8.30 Uhr steht das Frühstück auf dem Tisch, die erste Mahlzeit, die Gerhilde Kirsten und ihr Küchenteam für all die hungrigen Mäuler zaubert. Zwanzig Jahre ist die Küchenfee jetzt leitend mit dabei. Für guten Appetit sorgt die frische Luft im nahen Wald rund ums Jägerhaus, den die Kinder ausgiebig erkunden. Spätestens abends um 19 Uhr ist jedes Kind wieder daheim, groggy, aber glücklich.
„Dieses Angebot ist für berufstätige Eltern oft die Rettung“, erzählt Diakon Bernd Schwemm, der besonderen Wert auf einen freundlichen Umgang miteinander legt. „Unser christliches Menschenbild gibt uns den Blick fürs Wesentliche“, ist er überzeugt.



Artikel kommentieren